Ritter, Tod und Teufel
Roman

 

Die Geschichte einer ostpreußischen Familie
in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts
 
   Der junge Rittmeister Joachim von Allenburg zieht mit seiner Frau Claire von der Garnison in Berlin zurück auf sein Gut Schönau in Ostpreußen, das er zu neuer Blüte bringt. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges reißt die Familie aus ihrem komfortabel-feudalistischen Leben; die Frauen tauschen klaglos Konversation im Salon gegen Arbeit im Gut und gewinnen eine bislang ungewohnte Selbständigkeit. Joachim kehrt verwundet an Leib und Seele aus dem Felde zurück, leidet am Chaos der Weimarer Republik, am aufkommenden Nazismus, an dem auch sein Bruder beteiligt ist, fällt in Depressionen und gibt sich den Tod. Claire flüchtet aus ihrer Trauer und Verbitterung in die Arbeit. Nach einigen Jahren heiratet sie Gusow, einen Kriegskameraden Joa-chims, und zieht mit den jüngeren Kindern zu ihm in die Mark Brandenburg.

  Ihr älterer Sohn Bertram, empfindsam, ernst durch frühe Erfahrungen, in Salem erzogen, übernimmt in jugendlichem Alter das Gut. Während des Studiums in Berlin läßt er sich vom Hauch der Zwanziger Jahre anwehen, verliebt sich in seine zukünftige Frau Charlotte, erlebt das Auftreten der braunen Schlägerbanden und die Machtergreifung der Nazis. Später wird er ohnmächtiger Zeuge der politischen Verfolgung seiner Freunde Pit und Axel sowie eines Freundes der Familie, des jüdischen Arztes Plato, und tritt dem Widerstand bei. Schwer verwundet, wie einst sein Vater, aus den Todesmühlen des Zweiten Weltkrieges 1943 zurückgekehrt, beteiligt er sich an der Verschwörung des 20. Juli und erleidet nach dem Scheitern des Attentats das Schicksal der historischen Widerständler. Seine Frau versteckt sich mit den Kindern und flieht im Januar 1945 zur Familie nach Brandenburg, wo sie alle den Einmarsch der sowjetischen Truppen erleben. Die allein davongekommenen Frauen fliehen mit den Kindern ohne zu wissen, wohin es gehen wird.

  Der Autor schreibt die erfundene Geschichte von Freuden und Leiden einer Familie, eingebettet in die tatsächliche Geschichte Deutschlands, erzählt vom politischen Übermut und Glauben an die Beständigkeit des Bestehenden vor dem Ersten Weltkrieg, von dessen Grausamkeit; von der Uneinsichtigkeit der Sieger, vom revanchistischen Haß der Besiegten, vom Widerstand des Adels, des Bürgertums und der extremen Linken gegen die zum Untergang verdammte Weimarer Republik; vom Terror der Nazis, von dem Unverstandensein, dem Zögern und den Fehlschlägen der Widerständler, vom finalen Inferno. Er schildert Mentalitäten, Milieus und Moden. Er schreibt dicht, spannend, zugleich distanziert und behutsam.

Eine Leseprobe                                      Norbert Relenberg