Meine Wanderung auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela( in Frankreich )M
eine Wanderung habe ich in Collorgues begonnen, meinen Wohnort, einem kleinen
Dorf bei Uzès im Departement Gard. Das erste Ziel war Arles
südöstlich von Collorgues, um auf dem Wanderweg GR 653 "Chemin
d'Arles" bis nach Puenta la Reina zu marschieren und hier den Hauptweg
nach Santiago zu erreichen. Im ganzen dauerte meine Pilgerfahrt
58 Tage mit 5 Ruhetagen. (Eine
Karte mit allen Wegen in Europa)
Von Collorgues nach Marguerittas Es
hatte lange gedauert bis ich losgehen konnte und es ist viel darüber
geredet worden. Nun war es soweit, ein schöner Tag begann. Eine
kurzes Verabschieden von Gisela und Nero unseren Hund, den Rucksack gesattelt
und langsam bin ich die kleine Straße hoch gegangen durch die Weinfelder
in Richtung Bourdic. Stephan war ein stiller Beobachter am Weg und
machte Photos, wie ich das erste Hindernis, eine Böschung überwand.
Eine kurze Rast in Blauzac. Ich nahm die Brücke Nicolas über
den Gardon, den Berg hinauf und rechts in die Garrigue. Hier habe
ich mich zum erstenmal verlaufen und ich mußte zurück, um den
Weg nach Poulx zu finden. Auf der Höhe kurze Rast zwischen gelben
und violetten Lilien. Durch Poulx und die lange Straße hinunter
zum Tagesziel. Hier begann die Suche nach einem Hotel. Leider
keines in dem Städtchen, so mußte ich die große Straße
entlang in Richtung Nîmes zum "Formule 1". Der automatische
Einlaß mit Scheckkarte funktioniert nicht aber die Wirtin macht meinen
Versuchen ein Ende und ließ mich ein. Marcel sorgte im Motorhotel
für einen Platz im Speisesaal, der total von einer italienischen Reisegruppe
belegt war. Ein nette Frau mit großen Busen bediente mich. Ich mußte
zurück über die verkehrsreiche Schnellstraße und schnell
ins Bett.
Flaches
Land. Ich wanderte nach der Karte und doch habe ich mich zweimal
verlaufen. In Redessan machte ich eine kurze Rast bei einem Bier
und anschließend suchte ich den richtigen Weg. Leider nicht
erfolgreich. Als ich an der "Mas Rouge" ankam, war ich vom Weg abgekommen.
Zum Schluß auf dem Rhonedeich und der D15 über Fourques nach
Arles. Nach einigem Suchen und Fragen ins Hotel Europa II.
Die Küche wurde extra für mich geöffnet. Mir wurde
ein großer Topf provenciale Suppe serviert. Das war aber nur
das Vorgericht, es folgte noch ein "Boeuf à Gardien".
Zurück
vom Hotel über die Rhone gelangte ich zum wirklichem Anfang des Arles
Weges in die Kathedrale
St-Trophime.
Das erste Schild nach Santiago
de Compostela fand ich am Ausgang von Arles. Durch die Camargue auf
kleinen Straßen an Stieren auf der Weide vorbei marschierte ich bei
schönen Wetter nach St-Gilles. Bei dem Rhone Kanal vor St.-Gilles
war eine große Baustelle, was das Finden des richtigem Weg erschwerte.
Die
Abtei von St-Gilles war geschlossen. Nicht zugängliche Kirchen
wegen Baufälligkeit oder Abwesenheit eines Pfarrers trifft man leider
auf dem gesamten Weg an. Gruppenphoto einer italienischen Mädchengruppe
auf der Abteitreppe. Ich habe mich nach zahlen eines Eintritts in
die Krypta gesetzt. Angenehme Übernachtung im "Hotel de Cours"
Beim
Verlassen von St-Gilles fand ich nicht den Wanderweg. Ein Problem,
das ich bei vielen Städten hatte. Bei großen Städten
sind es die umgebenden Neubaugebiete, die schwierig zu durchqueren sind
und bei kleinen sind es die fehlenden Stadtpläne. Eine
gute Hilfe in Frankreich sind die Karten an den Omnibus Haltestellen.
In Vauvert machte ich eine Ruhepause und dann habe ich lange einen Übergang
über die Vistre gesucht. Die Einheimischen wußten leider
nicht sehr gut Bescheid wo die schmale Brücke ist. Zur großen
Enttäuschung gab es in Gallargues-le-Montueux kein Hotel und der Zeltplatz
war noch geschlossen. Also noch 3 km weiter bis zur N113 an der Pont
Vidourle das Hotel "Mon Auberge".
Der
Weg führte an der Vidourle entlang bis zur Pont Romain und dann wieder
auf dem GR 653. Lange marschierte ich parallel zur Autobahn zu einer
kleine alten Kirche in Cers an der Via Domitia. Eine Frau aus einem
Gemüseladen wies mir den Weg zu einem kleinen Hotel. Leider
wollte der Wirt mir kein Zimmer herrichten. So mußte ich noch
einmal 2 km die lärmende N113 zum einfachen Hotel "Romarins" laufen.
Diese
Etappe stand unter dem Motto "Verlaufen und doch gut angekommen".
Das Probleme mit den großen Städten. Durch Montpellier
führte der Weg mit einer Rast im Grand Café auf dem "Place
de Comedie" und einem Besuch der Kathedrale.
Ein
Stück bin ich auf einer alten Eisenbahnlinie gelaufen. Rast
und Musik in Aniane. Bei der Teufelsbrücke geht es in das Tal der Herault. In St-Guilhem-le-Desert wurde ich zu Chi Chi geschickt direkt am Platz gegenüber der Abtei,
da die Hotels noch nicht geöffnet waren. Um 18ºº Uhr
war Messe mit gemischter Mannschaft Mönche und Schwester. Die
Hübscheste machte die tiefsten Verbeugungen.
Viele
Anstiege aber eine wundervolle Wanderung. Auf dem Weg mitten in der
Einöde hält ein Autofahrer und sagt «Dieser Weg führt
nirgendwo hin». Große Enttäuschung in Lodève:
alle Hotels sind geschlossen auch das Hotel "Croix Blanche", auf das ich
mich besonders gefreut habe, da wir hier schon einmal mit Freunden gut
zu Mittag gegessen hatten. Nochmals 3 km immer an der Schnellstraße
entlang nach Poujols zu einem Motel. Das bedeutete am nächsten
Morgen die gleiche Strecke zurück, um auf dem GR 653 weiter wandern
zu können.
Erst
besichtigte ich die Kathedrale
von Lodève. Dann ging es weiter auf Landstraßen
über einen Paß bis nach Lumas. Der nächste kleinere
Ort war St. Martin, der auf der alten
Pilgerkarte erwähnt ist, die ich immer benutzt habe, um zu prüfen,
ob ich auf dem alten Weg wandere. Die Kirche auf dem Berge war wegen
Baufälligkeit geschlossen. Ich stand um 16ºº vor einer
geschlossenen Hoteltür in Bousquet und der Wirt eines angrenzende
Cafés war nicht sicher, ob es am Abend öffnete. Ich entschied
mich 3km zurück zu gehen, um in Lunas in einem Hotel zu übernachten.
Das
schönste Wetter. Der GR 653 führt über die Berge und
das bedeutet einen langen Anstieg. Ich glaube kaum, daß die
Pilger in die Berge geklettert sind, wenn man einen Talweg benützen
kann. Ich habe mich anders entschieden und bin auf kleinen Straßen
gewandert mit moderaten Pässen. In St-Gervais tote Hose, selbst
der Bäcker verschläft die Öffnungszeiten. Zu mehreren
warten wir vor der Bäckerei. Ohne frisches Brot suchte ich mir
2 km weiter einen Zeltplatz im Kastanienwald.
Anstrengende
aber schöne Tour über die Berge. Am den Weggabelungen standen
Jakobs-Kreuze aus Eisen erkennbar an einer Muschel. Ein angenehmes
Hotel in Muret-sur-Vèbre ist leicht zu finden.
In
der leicht hügelige Landschaft waren keine größeren Steigungen
zu überwinden. Ich sah einen scheißenden alten Bauer an
einem Bauernhof am Wegrand. Ein leerer Speichersee machte einen häßlichen
Eindruck aber im Wald blühten viele Blumen. Ich hatte Schmerzen
im Knie heute auf dem ganzen Weg. Vor La-Salvetat-sur-Agout stand
in einem Friedhof eine romanische Kapelle, leider nicht zu besichtigen.
Im Hotel Pergola in La-Salvetat-sur-Agout fand ich mein Nachtlager.
Von hier habe ich meine Tochter Gesa angerufen.
Alle
interessante Kapellen waren geschlossen. Nach einem langen einsamen
Weg bin ich endlich in Rialet angekommen. Ein Hotelschild im Dorf
machte mir Hoffnung. Das Hotel hielt aber noch Winterschlaf.
Ein Stück weiter am Waldrand mit Blick auf eine Waldwiese mit Schafen
habe ich mein Zelt aufgeschlagen.
Alle
Zeitangaben auf Wandertafeln sind von mir nicht geschafft worden.
Aus 3,5 Stunden nach Castres wurden bei mir 5 Stunden mit einer Rast in Noailhac. Gut und
viel gegessen habe ich in einem Bistro in Castres und geschlafen im ***
Sterne Hotel "Europa".
Der
Wanderweg GR 653 macht nach Castre einen Bogen nach Süden durch das
"Montagne Noir". Ich entschloß mich den direkten Weg nach Toulouse
zu wandern, über die Städte, wie in meiner alten Karte verzeichnet.
Ich
wanderte für eine Weile in der Ebene und dann bergauf zum Schloss
von Aguts, durch den Garten des Schlosses und weiter auf einem Höhenzug.
Ohne
Morgenkaffee machte ich mich auf den Weg und dann auch weit und breit keine
Möglichkeit einen zu bekommen, gehört zu den Härten so einer
Wanderungen. Erst in einem Vorort von Toulouse genoß ich den
ersten Café Creme. Ich verbrachte lange Zeit in der Kathedrale
St-Sernin. Der barocke Altar wirkt störend. Meine
Unterkunft war das preiswerte Hotel "Riquet", nach dem Erbauer des "Canal
du Midi" in der Nähe des Bahnhofs, der Nuttengegend. Den
zweiten Tag bin ich durch Toulouse gebummelt mit einem Besuch im Museum
Augustin und Abends in ein Kino: schwuler Jude liebt Jüdin.
Aus
Toulouse herauszukommen war wieder mit Fragen und Suchen verbunden.
Schöner Tag in Pibrac, einem Wallfahrtsort. Eine Abkürzung
ist nicht so leicht gefunden. Ein freundlicher Radfahrer, der nicht
wußte, ob es ein Hotel am Etappenziel gab, veranlaßte mich
2 km vor L'isle-Jourdain ins Zelt zu kriechen nach diesem langen Weg.
In der Nacht regnete es.
Zwei
km weiter, hinter L'isle-Jourdain wäre am See ein schönes Hotel
gewesen. Heute marschierte ich daran vorbei, nach einer kurzen Besichtigung
der Stadt L'isle-Jourdain. Im hübschen Gimont waren alle Hotel
besetzt. Am ersten läßt mich die Chefin am Empfang merken,
daß ich nicht erwünscht war. Gimont war der einzige Ort,
an den mich die Polizei nach einem Ausweis fragte. Nicht sehr freundliche
Stadt also weiter. In Aubiet ist das Hotel am Samstag und Sonntag
geschlossen. Noch einmal 2 km gewandert, dann lud mich ein Wäldchen
ein, mein Zelt aufzustellen.
Unterwegs
fing es an zu regnen und ich fand meine Regenjacke nicht mehr im Rucksack.
In Montégut saß ich auf einer Bank an einen Tisch trocken
unter einem Dach. Ein freundliches Paar nahm mich mit in ihrem Auto
zum 4 km entfernten Auch und setzte mich vor einem Hotel ab. Ich
trocknete meine Sachen und beschloß einen Ruhetag einzulegen und
mir am Montag eine neue Regenjacke zu kaufen. Beim Essen holte mir
die Wirtin des "Hotel de Paris" eine Jakobsmuschel aus der Küche,
die ich in Toulouse vergebens auf einem Markt gesucht hatte. Da sie
mir schon ein Loch in die Muschel gebohrte hat, war das Befestigen am Rucksack
einfach. Am nächsten Tag besichtigte ich die Altstadt von Auch
mit der Kathedrale und erkundete den Weg für den folgenden Tag
Ich
kam durch viele kleine Dörfer, die auf der "Carte
des CHEMINS de St.JACQUES de COMPOSTELLE" von 1648 erwähnt sind
wie: Poulebon, Montezum und Sauveterre. Diese Karte zog ich immer
zu Rat, um möglichst den ursprünglichen Weg einzuschlagen.
Auf der Ebene vor Moubouguet wehte mir ein starker Wind ins Gesicht.
Ich zählte die Telefonmaste am Weg bis Moubouguet. Am Anfang
waren es 26, es wurde langsam immer einer weniger, bis ich es geschafft
hatte.
Ein
böser Regen fiel in der zweiten Hälfte dieses Tages. Unter
dem überstehenden Dach eines modernen Bürgermeisteramts in einem
kleinen Dorf fand ich einen trockenen Platz. Zum Glück gab es
in Morlaas ein freundliches Hotel. Ich besichtigte die Wandbemalung
in der romanischen Kirche St. Foy.
Ich
wanderte eine kleine Etappe und wartete auf besseres Wetter für die
Pyrenäen. In Pau habe ich meine Ausrüstung mit ein Paar Handschuhe vervollständigt
und im Touristenbüro mir Information über die Pyrenäen besorgt.
Vor den Pyrenäen hatte ich doch einigen Respekt. Es wurde später
in Spanien von einem Engländer erzählt, der den Weg in dieser
Zeit von St. Jean-de-Port versuchte, obwohl wegen des Schnees ihm abgeraten
wurde. Nach einem Tag und einer Nacht kam er zum Ausgangsort zurück,
total erschöpft und ohne Ausrüstung.
Heute
wanderte ich nur zum kleinem Ort Lescar, nicht weit von Pau. Den
Vormittag stiefelte ich durch Pau. Im dem Hotel in Lescar traf ich
nette Wirtsleute an. Am Nachmittag besichtigte ich den kleinen Ort
mit seiner alten Klosterkirche. Von der Wirtsfrau erfuhr ich die
erste Horrorgeschichte des Caminos von einer alten Holländerin, die
8 Monate bis nach Lescar brauchte, und total erkältet war und vom
viele Penicillin schlucken eine Penicillin Wolke verbreitetet. Die
Wirtsfrau wollte mich am nächsten Tag nicht gehen lassen, weil es
stark regnete. Sie bezweifelt, daß man bei diesem Wetter jemals
nach Santiago de Compostela kommt und bittet mich Ihr eine Karte zu schreiben,
wenn ich es doch schaffe.
Bei
strömenden Regen bin ich also aufgebrochen in Richtung Pyrenäen.
Die Wirtin steckte mir ein Sack mit Obst und Schokolade ins Gepäck.
Leider wurde das Wetter den ganzen Tag nicht besser. Unterwegs habe
ich mich in einem Holzschuppen untergestellt. Ein freundlicher Mann
brachte mir einen Napf mit Suppe aus dem Haus. Im Hotel von Oloron St-Marie habe ich meine ganzen Sachen zum Trocknen aufgehangen.
Die Stadt selber hat mir nicht gefallen, vielleicht lag es am Wetter.
Nun
wurde es langsam Ernst. Die Pyrenäen rückten näher
und das Wetter blieb schlecht. Auf der kurzen Strecke hielt das Regenzeug
dicht. Ich kehrte bei Saint Christau ins erst beste Hotel "Au bon
Coin" ein. Nicht zu empfehlen, die alte Wirtin ist scharf aufs Geld.
Schade, einen Kilometer weiter wäre ein nettes Familienhotel "Des
Vallées" gewesen, in dem ich mich bei einem Café Creme aufwärmte.
Es
gab einen schönen Weg parallel zur N134 durch das Vallée
d'Aspe. In Sarrance besichtigte ich eine interessante Kirche.
Da ich nicht sicher war eine Herberge zu finden, ging ich diesmal nicht
auf gut Glück los, sonder machte telefonisch eine Reservierung in
der "Gite Choucas blanc" in Bedous. In diesem einfachen Haus mit
Jugendherbergs - Atmosphäre direkt an der N134 hielten sich mehrere
Familien auf.
Unterschiedliches
Wetter auf diesem Weg. Ich besuchte die Kirchen von Accous und Borce.
Im Hotel in Urdos vor der Zollkontrolle habe ich zu Abend gegessen und
geschlafen. Morgen starte ich den Angriff auf den Col-du-Somport
mit einer Paßhöhe von 1632m und dann Adieu France.
( In Spain )
Den
Col-du-Somport erwanderte ich auf der großen Straße N134.
Einige Lastwagen rauschten an mir vorbei. Ich empfand es nicht als
unangenehm. Auf einem Parkplatz glaubte ich Bärenspuren gesehen
zu haben. Auf dem Col wehte ein scharfer Wind und es schneite.
Noch 845 km nach Santiago stand auf einem Schild. In der Ferne sah
ich Skiwanderer. Ein kurzer Aufenthalt und dann ging es im wüsten
Schneetreiben nach Spanien. Vor einer Kaserne von Riosetta grüßte
mich ein Wachsoldat. In Canfranc-Estación schaute ich mir
den
riesigen Bahnhof
an, der im Inneren zerfallen ist. Ein leichter Schnupfen machte sich
bemerkbar.
Das
Wetter blieb schlecht und es schneite. Es war viel Wasser auf den
Wegen. Ein reißender Gebirgsstrom, den man durch springen von
Stein zu Stein überqueren konnte, ließt mich umkehren, da in
der Mitte zwei Steine fehlten. Beim Einmarsch in Jacca sah ich auf
einem Bergrücken ein eingezäuntes Gelände, bewacht von hohen
Wachttürmen. Hier wohnt die Polizei mit ihren Familien.
Honneker hätte seine Freude gehabt.
An
diesem Tag machte ich einen Umweg in die Berge aufwärst bis zum Kloster
San Juan de la Pena. Plötzlich tauchte es, an einen Berg
geklebt, vor einem auf. Es war leider geschlossen am frühen
Nachmittag. Weiter den Berg hinunter nach Santa
Cruz de la Seros wo ich ein einfaches Hotel fand. Hier gab es
eine schöne Kirche. Der Versuch sie zu besichtigen scheiterte,
da niemand die Tür aufschloß. Ein freundlicher Autofahrer
brachte mich zum Kloster zurück. Nochmal den gleichen Abstieg
zum Hotel, in dem ich mit einer Gruppe Münchener zum Abendbrot gegessen
habe.
Erst
durch die Berge und dann etwas langweilig auf einen Umweg nach Berdun,
um die Landstraße zu vermeiden. Berdun liegt auf einem Hügel
mit schöner Aussicht nach allen Seiten, wenn man das Städtchen
zu Fuß umrundet. Von meinem Zimmer hatte ich einen Blick auf
die Kirche, wie in Santa Cruz de la Seros.
Ich
schaffte wieder eine größere Etappe. Erst auf dem Wanderweg
GR 653, den ich auf halber Strecke verließ, um auf dem mittelalterlichen
Weg weiterzugehen. Leider ist dies die RN240, die am Yesa Stausee
vorbei führt. Ein alter Mann hat mich unterwegs bei Mianos in
seinem Haus zum Kaffee eingeladen. Er wollte mein Pilgerbuch stempeln
und war enttäuscht, daß ich keines besaß. Auch der
Wirt in Berdun war wild aufs Stempeln und gab sich mit dem Stempeln der
Rechnung zufrieden. Erst in Leon wurde mir ein Pilgerbuch ausgestellt,
sonst hätte ich im Kloster nicht schlafen dürfen. Je näher
man nach Santiago kommt wird das Stempeln immer wichtiger.
Erst
ging es auf der Landstraße entlang bis zur Paßhöhe, dem
"Puerto de Loyti" und dann auf einem Feldweg bis Monreal, dem empfohlen
Weg GR 653. Von der Straße sah ich unterwegs die halb-eingefallene
Brücke am alten Pilgerweg über den Irati, die Teufelsbrücke.
Der
Anfang war anstrengend. Es ging immer auf und ab um den 'Higa de
Monreal" herum. Am Wegrand gab es viele Blumen und so seltene wie
der Frauenschuh. In der Ferne lag Pamplona. Ich war froh, daß
ich nicht durch die weitläufigen Vorstädte von Pamplona wandern
mußte. Mitten auf dem Feld steht die beeindruckende romanische
Kirche
Eunate. Mit einer Busgruppe wartete ich, daß die Eingangstür
geöffnet wird.
Nun
bin ich auf dem Camino de Santiago. Über die Königinbrücke
aus Puenta la Reina heraus und den Berg herauf. Ein
schöner Weg über alte Brücken, die schon die alten Römer
benutzt haben. Man ist nicht mehr allein auf dem Weg. Hier
fiel mir zum erstenmal auf, daß viele Frauen unterwegs sind.
Es war noch früh am Nachmittag, als ich in Estella
ankam und ich entschloß mich weiterzugehen. Ich kam nur noch den
Berg herauf. Da stand ein riesiges Hotel bei Irache, daß mich
anzog und mich nicht vorbei gehen ließ.
Dies
war eine Kräfte kostende Etappe. Im Sommer bei sengender Sonne
absoluter Selbstmord. Sehr abwechslungsreicher Weg. Keine Pilger
mehr zu sehen. Mein kleiner Vorsprung bei Estella war wohl die Ursache.
In Los Arcos unterhielt ich mich mit einem gut englisch sprechenden Wirt.
Ein Spaßvogel von Taxibesitzer hat ein Schild am Weg angebracht:
Taxi: Tel 505050. Für mich war das keine Versuchung. Das
Suchen eines Nachtlagers in Viana gestaltete sich kompliziert. Alle
Hotel "komplett", nach ja soviele gab es nicht. Die Pilgerherberge
war geschlossen. Nach langem Warten macht mich jemand aufmerksam
zum Brunnen an einem Platz zu gehen und nach einem Mann mit einer roten
Baskenmütze Ausschau zu halten. Der Mann ist schnell gefunden,
aber es dauert eine Weile bis er mit mir zur Herberge ging und die Tür
aufschloß. Er schärft mir ein, um 22ºº Uhr in
der Herberge zu sein, dann käme er zum Abschließen. Er
empfiehlt mir ein einfaches Lokal, in dem ich einen ausgezeichneten "Lomo"
aß. Ich war ganz alleine in einer großen Pilgerherberge.
Wie ich im Bett lag kam mein Mann und freute sich, das er nun abschließen
konnte, drückte mir die Hand und wünschte mir eine gute Nacht.
Der
Tag begann mit grauen Himmel und in Logrõno regnete es dann stark.
Vor Logrõno hat sich Mutter Felisa einen Tisch an den Weg gestellt.
Ihre Enkeltöchter (?) nehmen einen bei der Hand und führen einem
zum Tisch, damit Großmutter den Pilgerpaß stempeln kann.
Da ich noch keinen besitze halte ich ihr mein Tagebuch hin. Es ist
ein ovaler Stempel. In der Umrahmung steht: CAMINO DE SANTIGO - LOGRONO
- . In der Mitte ist zu lesen: FELISA, darunter: HIGOS
- AGUA Y AMOR und dann in einer Reihe die Jakobsmuschel, ein Feigenblatt,
ein Krug und das Kreuz, daß an einen Dolch erinnert.
Am
Morgen in Logrõno suchte ich zuerst die Santiago-Kirche auf und
von dort führte der Weg aus der Stadt, um einen Stausee, unter einer
Autobahn hindurch, über Navarrete (Rast in einem Café) nach
Najera. Das Wetter war unbeständig. Auf dem Weg habe ich
einige Pilgergruppen überholt: zwei französische Frauen (die
eine alt), zwei Österreicher (vielleicht Vater und Tochter) und eine
große französische Gruppe vor Najera. Ein
langes pathetisches Gedicht in deutsch über den Sinn und den Mühen
einer Pilgerfahrt ist auf einer Mauer gemalt. Da es regnete habe ich es
nicht abgeschrieben. Heute bedauere ich es. Nach Jahren, im Oktober2001, habe ich eine e-mail aus der Schweiz empfangen, mit einem Hinweis, wo ich das Gedicht im Internet finde.
Nach Santo Domingo de la Calzeda Zuerst
4 km auf der Landstrasse N120. Wie sich herausstellte der falsche
Weg. Dann bin ich auf gut Glück links abgebogen und beim nächsten
Dorf fand ich den gelben Pfeile wieder, der richtige Weg, ein beruhigendes
Gefühl. Die Wege waren durchnäßt und können
sehr morastig sein, besonders wenn man Nebenwege benutzt. Ein alter
Mann macht mich auf eine Panneria in diesem Dorf aufmerksam. Unterwegs
überholt mich der Obermarschierer (der gewaltiger Wanderer) mit zwei
weiblichen Begleitern. Bei der Suche nach einem Hotel in Santo Domingo
empfehlen zwei Holländerinnen das Pilgerheim, das beste in dem ich
übernachtet habe. Abends trafen wir uns alle in der Kathedrale
mit den Hühnern (
Geschichte des Hühnerwunder und anderer Legenden zum Jakobsweg).
Eine der Begleiterinnen des gewaltigen Pilgers war eine deutsche Sängerin.
Sie sang einige Lieder in der Kathedrale. Anschließend gemeinsames
Abendessen in einem Lokal neben der Kathedrale.
Am
Ende dieses Tages bin ich ein gutes Stück weiter auf dem Wege nach
Santiago gekommen. Am Anfang wehte eine steife Brise, daß die
Radfahrerinnen, die ich unterwegs in einer Kneipe am Weg traf, nicht schneller
vorwärts kamen wie wir, die Fußwanderer. Das normale Etappenziel
Belorado hatte mich nicht verführt zu bleiben, so bin ich nocheinmal
11 km weitergegangen, leider bei schlechtem Wetter und viel Regen.
In Villafranca gab es zum Glück ein einfaches Hotel für Fernfahrer.
Morgen habe ich die Chance bis nach Burgos zu kommen.
Ich
war noch zu Steigerungen fähig. Rückblickend war dies die
schwierigste Etappe auf der langen Wanderung. Zum Schluß, bin
ich auf der ewig lange Einfallstraße nach Burgos mit Schmerz entlang
gehumpelt, bis ich ein Hotel fand.
Nach
dem Marathon von gestern hatte ich keinen großen Ehrgeiz. Der
Besuch der Kathedrale
in Burgos ist natürlich Pflicht, wenn sie auch mit Gerüsten umgeben
war. Es fand ein Gottesdienst hinter Gittern statt, unter Ausschluß
der Gemeinde. Beim Verlassen der Kathedrale traf ich den gewaltigen
Wanderer mit einem Freund. Die Sängerin ist aus Burgos zurück
in die Staaten geflogen, erzählte er mir.
Mir
geht es nicht gut. Ich schiebe es auf einen Lammbraten, den ich vorgestern
abend in Burgos gegessen hatte und vor dem ich mich ekelte. Burgos
ist so wie so bei mir in schlechter Erinnerung. Vor Jahren hatte
ich mit meiner Frau eine Nordspanien Tour gemacht. In Burgos wurde
unser Auto vor dem Hotel ausgeraubt. was uns veranlaßte umzukehren.
Es
geht weiter durch die Meseta. Schon nahe bei Formista liegt das Dörfchen
Boadilla del Camino. Vor der Kirche fiel mir die spätgotische
Säule auf, in dem sonst etwas heruntergekommenen Dorf mit vielen
Lehmbauten. Vor Fromista besichtigte ich eine alte Schleusenanlage
des Kanal de Castillo. Mir kommt eine Engländerin entgegen,
die sich besorgt nach ihrem allein wandernden Mann erkundigt. Leider
einen Engländer habe ich nicht getroffen, auch sonst sah ich niemanden
auf dem Weg. Meine Erholungspause machte mich zum Schlußlicht
der Pilgerkarawane. Ich verweilte lange in der restaurierten romanischen
Kirche San
Martin von Fromista, über die viel geschrieben worden ist.
Vom meinen Hotelfenster hatte ich eine gute Aussicht auf San
Martin. Ich fühle neue Kräfte nach einem guten Abendbrot
mit einer Flasche einfachen spanischem Wein.
Erst
geht der Weg kilometerweit parallel zur Landstraße bis Carrion de
los Condes. Beim Näherkommen sah man im Dorf Villalcazar de
Sirga die mächtige und unförmige romanische Kirche
Santa Maria la Blanca. Ich marschierte durch das Dorf und besuchte
dieses Ungetüm, eine Wehrburg Gottes. Im gegenüber liegendem
Café erscheint eine deutsche Omnibus Reisegruppe, während ich
meinen Kaffee trank. In Carrion de la Condes waren die Kirchen über
Mittag geschlossen. Ein unfreundliche Art mit den Pilgern umzugehen.
Hier machte ich Rast in einer riesigen aber leeren Kneipe. Weiter
geht es über einen groben schnurgeradem Steinweg, der mir unendlich
lang vorkam, bis zu einem Hotel in Form einer Jugendherberge. Hier
in dem kleinem Dorf Calzadilla de la Cueza hat private Initiative ein gute
Unterkunft geschaffen und nebenan wird an einem Neubau gearbeitet, der
im Sommer die Pilger aufnehmen soll. Die beiden älteren Schweizer
aus Genf kamen mir auf der Dorfstraße entgegen und haben es bedauert, daß
die Gruppe von Hornillos nicht mehr beisammen war.
Nach Calzadilla de los Hermanillos Meine
Wanderleistung ist gut. Ich war mit mir zufrieden. Der Weg ist abwechslungsreicher
als gestern. Sahagun hat mir nicht gefallen. Zuerst werde
ich aus der Kirche
hinaus komplimentiert, es ist 12ºº Uhr und in dem Bistro am Marktplatz,
das mir ein englisches Ehepaar empfiehlt, war ich zum Mittagessen zu spät,
es wurde sauber gemacht. Beim Einmarschieren in Calzadilla de los
Hermanillos werde ich von zwei an der Straße sitzenden Frauen auf
die Pilgerherberge aufmerksam gemacht. Eine belgische Gruppe mit
Begleitfahrzeugen nahm die ganze Herberge in Beschlag. Es gab aber eine
einfache Kneipe am Ort aber kein Restaurant und den einzigen kleinen Laden
fand ich zu spät. Das Abendbrot war daher sehr kärglich.
Am
Anfang geht es 21 km endlos durch Felder nach Mansilla de las Mulas.
Nach dem Mittagessen dann noch 19 km an einer befahrenen Straße entlang
nach Leon. Ich gehe langsam den Berg hinunter nach Leon. Hier
fragte ich nach einem Hotel und wurde von einem hilfsbereiten Mann zu einem
Frauenkloster geleitet. Eine energische Nonne stellt mir einen Pilgerpaß
aus, den ohne Paß wird hier keine Unterkunft gewährt.
Mit einem jungen Pilger habe ich Pläne für zukünftige Wanderungen
bei einem Glas Bier diskutiert. Mein Vorschlag ist der Spanienweg
von Sevilla nach Santiago und er möchte zum Berge Athos
Diese
Etappe war wenig reizvoll und hier besonders die Straße, um aus Leon
herauszukommen. Man wird aber am Ende entschädigt beim Überschreiten
der langen
mittelalterlichen Brücke (18 Bögen) über den Rio
Orbigo. Vom meinem Hotelfenster in Hospital del Orbigo hatte ich einen
schönen Blick auf diese Brücke
Der
Weg führte durch eine schöne Landschaft. In Astorga saß
ich in der Kathedrale
und habe mich ausgeruht. Ein alter Mann ließ es sich nicht
nehmen hier meinen Pilgerpaß zu stempeln lassen. Am Nachmittag
ging es langsam bergauf bis nach Rabanal del Camino. Im Gasthaus fand ich eine
Unterkunft. Mit den Wanderern aus der Pigerherberge aß ich
zusammen Abendbrot
Von
Rabanal wanderte ich immer bergauf bei diesigem Wetter bis nach Foncebadón,
wo ich am Cruz de Ferro meinen kleinen Stein, den ich aus Collorgues mitbrachte,
ablegte. Auf dem Steinhaufen lagen einige sehr große Steine,
mir kam es wie Bauschutt vor, den unmöglich Pilger mitgebracht haben.
Beim Weitermarsch in Manjarin läutet der Wirt einer einfachen Herberge,
als ich vorbeikam. Bei "José" in El Acebo gab es ein gutes
Mittagessen. Bis Molinaseca
geht es bergrunter durch blühende Täler. Von hier auf der
Hauptstraße ist es nach Ponferrade nicht mehr weit. Vor Ponferrada
sprach mich ein alter Mann an, der in Hannover im Schlachthof gearbeitet
hatte. Einen Deutschen erkennt man schon von weiten. An der großartigen
Templerburg
in Ponferrada vorbei über den Rio Sil marschierte ich ins Hotel
Der
Weg bis Villafranca del Bierzo verläuft relativ eben. Unterwegs
traf ich einen fußkranken deutschen Pilger, der tapfer wanderte.
In Cacabelos wurde ein Glas Rotwein kostenlos in der örtlichen Weingenossenschaft
an Pilger ausgeschenkt, das wir beide einforderten. Da es mir zu
langsam vorwärts ging, trennte ich mich von meinem Weggefährten.
In Villafranca del Bierzo liegt die Santiago
Kirche am Jakobsweg. Im Ort suchte ich mir eine Kneipe zum Mittagessen.
Mit einem großem Bier im Bauch, stieg ich von hier langsam bergauf,
um nicht auf der vielbefahrenen Talstraße zu gehen. Bei Trabaldo
ist der steile Abstieg zurück ins Tal. Als ich auf der Straße
wanderte, fing es an stark zu regnen und ich war froh als ein Fernfahrer
- Hotel an der rechten Straßenseite auftauchte. Mein Ziel "Vega
de Valcare" in 3 km Entfernung habe ich wegen des starken Regen nicht
erreicht
Ein
richtiger Anstieg auf 1250 m bis zum Dorf Cebreiro
hatte ich zu bewältigen.
Zum Ende laufe ich zur Höchstform auf. Soweit bin ich noch nie an einem Tage auf dieser Tour gewandert. Es ist der zweite Tag an dem mir nichts wehtut, selbst am Morgen kein Einlaufschmerz. Schöner Morgennebel und überall floß Wasser. Ein schöner Abschnitt des Jakobsweg, so wie man sich Galicien vorstellt. Zum Abend entlud sich ein schweres Gewitter kurz vor Portomarin. Ich stellte mich unter ein Vordach in einem Dorf, nicht nur des Regens sondern auch der Blitze wegen, den auf dem freien Feld war ich beeindruckt wie es blitzte und krachte. Eine Spanierin geht beherzt an mir vorüber und nannte mich "Rotkäppchen". Ich hatte eine roten Regenjacke an. Mitten im Zentrum von Portomarin steht die Kirche uneinnehmbar als Festung. Im Hotel war ich in netter Gesellschaft. Zwei Fahrrad fahrende ältere Engländer fielen mir besonders auf. Wie sich am nächsten Tage herausstellte, zwei untadelige Sportsmänner, die auch nach starken Alkoholkonsum langsam aber beständig die schwersten Bergetappen schafften
An
diesem Morgen fand ein großer Aufbruch von vielen Pilgern statt,
die Frauen sind in der Überzahl. Es schien die Sonne und das
Wandern fiel nicht schwer, die Leidensfähigkeit brauchte nicht gesteigert
werden. Bis Palas de Rei ging es lange auf kaum befahrenen kleinen
Asphaltstraßen. Palas de Rei beeindruckte mich nicht und ich
zog weiter. Eine lahmende Engländerin mit Ehemann beschließt
zu bleiben, die ich in einem Café traf. In Melide suchte ich
ein Hotel und eine nette deutsche Frau schickte mich in die Sony Bar.
Hier habe ich mit ihr und ihrer Freundin zum Abend gegessen. Am westlichen
Ortsende von Melide liegt die Kirche
Santa Maria.
Die
Reise ging ihrem Ende entgegen. Alles wird leichter und ich könnte
noch viel weiter gehen. Die Wege führten durch Eukalyptuswald
und am späten Nachmittag landete ich in einem angenehmen Hotel.
Die
letzte Etappe verlief gut. Es waren einige unerwarteten Anstiege
und Abstiege zu überwinden. Zwei Franzosen wanderten tapfer
mit. Das
Denkmal auf dem Monto do Gozo ist eine Scheußlichkeit und die
Kathedrale von Santiago konnte ich von hier im Häusermeer nicht
entdecken. Unterhalb des Monto do Gozo liegt eine riesige Pilgerstadt,
einem Lager ähnlich, wohl für Busreisende. Zur dieser Jahreszeit
aber verlassen und leer. Ich vermisste die gewohnten gelben Pfeile
am Schluß der Wanderung, die einem das beruhigende Gefühl geben,
auf dem richtigem Weg zu sein. Eine Frage nach der Kathedrale beantwortete
mir eine Frau mit kopfschütteln. Ich marschierte durch die Altstadt
und plötzlich gehe ich auf dem Platz
vor der Kathedrale und drehte mich um und bin am Ziel. Erst einmal
setzte ich mich mitten auf den Platz und schaute mir die Fassade der Kathedrale
an. Die Natur bemächtigte sich der barocken gelb verschimmelten
Fassade und läßt überall Büsche wachsen. Warum
auch Barock, es ist doch eine romanische Kirche, dies wurde mir richtig
bewußt, als ich mit meinem Rucksack noch dreimal im Inneren das
Kirchenschiff umrundete. Von meinem Plan zum Abschied noch einmal
in einem traditionsreichen Gemäuern zu übernachten, dem Hostal
de los Reyes Catolicos, dem ursprünglichen Hospital Real, nahm
ich Abstand, nachdem ich eine Reisegruppe von alten Damen am Hostal in
einem Omnibus vorfahren sah, als ich auf dem Plaza del Obradoire saß.
Mit dieser Entscheidung sparte mir viel Geld. Ich versuchte die Touristen
zu meiden, die überall herumwuselten und suchte mir ein kleines billiges
Hotel am Rande der Altstadt.
Um 11ºº war Pilgergottesdienst in der Kathedrale mit dem Schwenken des großen Weihrauchfasses "Botafumeiro". Die Namen aller Pilger, die eine Urkunde erhalten hatten, wurden verlesen. Zum Mittagessen aß ich in ein Restaurant mit Stühle auf der Straße. Als erste setzte sich eine pilgernde Dänin an den Nachbartisch und wir kamen schnell ins Gespräch. Im Laufe des Nachmittags gesellten sich zwei Holländer, die mit den Fahrrädern unterwegs waren und ein Brite zu uns. Es wurde ein gemütliches Beisammensein unter Pilgern. Alles ist gut verlaufen. Gesund und munter kehrte ich nach Hause zurück mit einem Gewichtsverlust von 5 kg Schlußwort Meine Frau macht mich auf eine Überschrift in unserer Regionalzeitung
Midi Libre vom 8. April 1999 aufmerksam. "Brigitte a fait le camino
pour renaître, enfin ...." (Brigitte hat den "camino" gemacht, um
schließlich wiedergeboren zu werden, ....
Beim Hinweg nach Santiago de Compostela wird in einem etwas abgetötet aber beim Rückweg findet die eigentliche Wiedergeburt statt.
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